Die Tribute von Panem – Hunger Games

12 04 2012

Aufwendiger und überraschend erwachsener Fantasyfilm

Es gibt nicht wenige, die in „Hunger Games“ die nächste große Filmfranchise (für Jugendliche) sehen. Die erfolgreiche Buchreihe von Suzanne Collins soll, was den Erfolg betrifft, die Nachfolge von Twilight und Harry Potter antreten. Mit seiner Geschichte irgendwo zwischen Science Fiction und Fantasy, sowie der Dreiecksbeziehung der Hauptperson hat der Film auch einiges an Potential. Viel wichtiger ist jedoch: „Die Tribute von Panem“ ist keine seichte glattpolierte Seifenoper, sondern eine Geschichte mit Ecken und Kanten. Der Film von Gary Ross setzt dies großartig um.

In der nahen Zukunft ist die Welt nach Kriegen und Katastrophen in unterschiedliche Bezirke unterteilt. In diesen überwiegt die Armut der Arbeiter. Anders ist dies in der „Hauptstadt“ in der die Regierung lebt. Diese veranstaltet jedes Jahr grausame „Gladiatorenspiele“, bei der nur eine einzige Person überlebt. Dazu werden jeweils ein Mädchen und ein Junge aus den Distrikten ausgelost, um um ihr Leben zu kämpfen. Als die kleine Schwester der sechzehnjährigen Katniss (Jennifer Lawrence) antreten soll, nimmt Katniss ihren Platz ein. Ebenfalls ausgewählt wird der Junge Peeta (Josh Hutcherson), den sie seit ihrer frühesten Jugend kennt. Obwohl sie früher oder später in den Hunger Games auch gegeneinander kämpfen müssen versuchen Sie zusammen zu arbeiten um während dem Turnier am Leben zu bleiben.

Die Geschichte weist natürlich viele Elemente aus anderen Werken auf: Eine typische Liebesgeschichte, eine Zukunftsdystopie a là „1984“, Gameshowsatire wie in „Running Man“ und ein brutaler Wettstreit unter Jugendlichen wie in „Battle Royale“. Durch die zahlreichen Elemente erhält der Film jedoch eine Tiefe, die ihn von anderen Jugendfilmen abgrenzt. Der Film ist weitaus ernster als man erwarten würde. Leider ist die umfassende Geschichte auch ein kleines Manko des Films. In 140 Minuten können nicht alle Themen zufrieden stellend ausgearbeitet werden. Zwischen der Survival Action und der Charakterzeichnung von Katniss, treten die Gameshow-Mentalität, oder die gesellschaftlichen Missstände in den Hintergrund. Aus diesem Grund wirken auch einige wichtige Szenen, wie zum Beispiel der Aufstand, den Katniss in einem der Distrikte hervorruft, sowie die Liebesgeschichte zwischen Katniss und dem vernachlässigten Charakter Peeta etwas konstruiert.

Nichtsdestotrotz zeichnet der Film eine umfassende Welt, die zwar nicht komplett erläutert wird, aber fasziniert. Trotz vielen bekannten Elementen ist der Film etwas völlig neuartiges. Die Mischung aus Science Fiction und Fantasy wirkt dreckiger und roher als andere Massenproduktionen. Die Sicht auf die Welt ist pessimistisch und macht den Film dadurch erwachsener. Dies ist vor allem Regisseur Gary Ross zu verdanken, der den Film nicht in für Blockbuster typische Hochglanzbilder packt, sondern mit wackelnden, grauen Bildern, extremen Nahaufnahmen und passender Brutalität erzählt.

Auch durch die Hauptfigur setzt sich der Film ab, denn mit Katniss Aberdeen besitzt der Film eine starke weibliche Hauptfigur ohne diese als schwache Persönlichkeit zu zeichnen. Dabei ist die Verpflichtung von Jennifer Lawrence ein Glücksgriff. Die junge und äußerst begabte Darstellerin gibt dem Charakter eine Tiefe, die dem Film gut tut.

Dabei ist er Film trotz seiner Laufzeit extrem kurzweilig und spannend geraten. Egal ob das Training der Teilnehmer, ruhigere Szenen zwischen den Hauptdarstellern oder Kämpfe zwischen den Kontrahenten gezeigt werden: Man fiebert jederzeit mit Katniss mit und bleibt bis zum Ende der Spiele vom Film gefesselt. Der bisherige Erfolg des Films lässt vermuten, dass eine erfolgreiche Filmserie aus der Buchvorlage entstehen wird. Doch „Hunger Games“ verdient diese Anerkennung, denn er schafft es Unterhaltung im Blockbuster Format zu liefern und gleichzeitig die nötige Ernsthaftigkeit zu besitzen.

Wertung 8/10

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One response

13 07 2012
Hunger Games / Die Tribute von Panem: Alle Ausgaben im Überblick

[…] 365 Days of Movies zieht man das Fazit: “Nichtsdestotrotz zeichnet der Film eine umfassende Welt, die zwar nicht […]

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